Gruss an Reiden

Reiden, meiner Väter Wiege,
Meiner Jugend Heimatland,
Dein gedenke ich in Liebe,
Trautes Nest am Wiggerstrand.

Heut‘ kann ich dich kaum erkennen,
Wie so schmuck und stolz du bist,
Kann nicht s alte Dorf dich nennen,
Alles nun ganz anders ist.

Pflasterstein besetzte Strassen,
Schöne schmucke Häuserreih’n!
Arme Alte und Verlassene
Haben auch ein schönes Heim.

Neugebauter Jungendtempel,
Birgt so viele Kinder drinn!
Ihnen wünsch‘ ich auch den Stempel,
Ihrer Väter Fortschrittsinn.

Wenn die neuen Glocken schwingen,
in dem alten Gotteshaus,
Wundersam und schön sie klingen
In das stille Tal hinaus.

In der Kirch die Christenschar
Lauschen bei dem Chorgesang
Musiktönen, reinen klaren,
Neuer Orgel schönen Klang.

Draussen in geweihter Erde,
Gleich verwelktem Blumenrein,
Ruht die müde Gottesherde
in dem friedlich schönen Hain.

Liebe, tapfre Reiderleute,
Habt viel guten Opfersinn!
Meine Heimat, meine Freude,
Wo noch jetzt ich gerne bin!

Sei mir tausendmal gegrüsst,
Reiden, du mein Heimatland!
Edles, Schönes die entspriesset,
Trauter Ort am Wiggerstrand.

Erschienen 1928 im Oberwiggertaler