Meyer Ludi II.

Ludi Meyer-Hodel ll., geb. 9. Juni 1856 gest. 31. Okt. 1940Meyer Ludwig ll. wurde am 9. Juni 1856 in Triengen als Sohn des Gemeindeammanns Meyer  Ludwig l. (1814 - 1864) geboren. Als junger Mann zog er als Kleinwarenhändler mit allen möglichen Artikeln für den Haushalt und den täglichen Bedarf im Rucksack von Haus zu Haus. Er gründete um 1881 an der Schulhausstrasse und an der Hauptstrasse vis-ä-vis die neue Firma. Er handelte mit allen möglichen Haushalts- und Bedarfsartikeln. Das Geschäft wurde immer grösser und grösser. Zum Kolonialwarenladen kam später vis-ä-vis eine eigene Schreinerei, Möbelwerkstätte, Schneiderei und Bäckerei.  Meyer Ludi ll. ehelichte am 3. Juni 1882 mit Hodel Maria (07.07.1982 - 15.07.1940) von Reiden. Dem Ehepaar wurden fünf Kinder geboren: Maria Meyer (geb. 18.01.1884, Heirat am 18.04.1908 mit Alfred Oetterli von Wikon), Ludwig Meyer (31 .03.1885 - 09.04.1970),  Emil Meyer (17.11.1888 - 01.12.1963), Louise Meyer (geb. 10.05.1893, Heirat am 15.06.1917 mit Robert Anton Kronenberg von Reiden, gestorben am 04.03.1947) und Eduard Meyer (21.11.1895-29.06.1972). Am 1. Januar 1924 erhielt Meyer Ludi ll. mit seiner Familie das Bürgerrecht von Reiden. Meyer Ludi ll. verstarb am 31. Oktober 1940 in Reiden. Der Mann, der aus nichts viel machte!

Die Blütezeit

Die Blütezeit der Firma war um 1900 bis 1910. Nebst der Schreinerei, Möbelwerkstätte, Möbelhandel und einer eigenen Bäckerei hatte Meyer Ludi ll. ein grosses Versandhaus. Nachdem er seine Unternehmungen bei seinen Söhnen in sicherer Hand wusste, zog er sich in sein hübsches Chalet zurück. 

Die Währung

Um die Jahrhundertwende hatte Ludi Meyer ll. zirka 25 bis 35 Angestellte. Er prägte eigenes Geld und bezahlte seine Angestellten mit diesen Münzen. Diese mussten alles, was für den normalen Haushalt notwendig war, ausser Fleisch- und Wurstwaren wohl oder übel bei ihm einkaufen. Falls andere Kosten (wie zum Beispiel Hauszins) anfielen, war es den Angestellten auch erlaubt, etwas Geld in Schweizer Franken umzutauschen. Die Währung war in sämtlichen Läden und Häusern von Meyer Ludi gültig. Geprägt wurden Dreihunderter-, Hunderter-, Fünfziger-, Zwanziger-, Zehner und Fünfer-Münzen. Dreihundert Meyer-Ludi-Geld hatte einen Wert von drei Schweizer Franken.

Meyer Ludi Geld

Die Musikgesellschaft

Am 20. Dezember 1899 wurde im Gasthaus zum Mohren die ,,Harmonie Musikgesellschaft des Versandgeschäftes Meyer, Reiden" gegründet. Bis im Jahr 1919 behielt die Musik diesen Namen bei. Dann benannte sie sich in ,,Musikgesellschaft Reiden" um. Unter diesem Namen wird bis heute in Reiden Musik gemacht.

Harmonie-Musikgesellschaft des Versandgeschäftes Meyer

Die Übergabe

1916 teilte Ludi Meyer ll. seine Firma auf die zwei älteren Sohne Ludwig und Emil auf. Ludi Meyer lll. erhielt die Schreinerei, die Möbelwerkstätte und den Möbelhandel, sein Bruder Emil das Versandhaus. In den dreissiger Jahren ging die Volksbank pleite und Ludi Meyer ll. verlor auf seiner Hausbank alles Geld. Deshalb konnte er seinem dritten und jüngsten Sohn Eduard nicht mehr zu seiner gewünschten Weinhandlung verhelfen. Eduard erarbeitete sich die Weinhandlung schliesslich aus eigenen finanziellen Mitteln. Er hatte Erfolg: Die Weinhandlung ist blieb bis 2013 in den Händen von seinem Enkel Eduard Meyer lll. (geb. 19.10.1948).