Archäologische Funde

1

Stumpen

Alt- und Jungsteinzeitliche Siedlungsspuren. Steinwerkzeuge aus der Jungsteinzeit.

2

Reidermoos

Römische Silbermünzen

3

Löli

Steinzeitliche Funde

4

Kommendehügel

Mammutknochen, römische, mittelalterliche Funde

5

Höchflue

Refugium, mittelalterliche Münzfunde

6

Antoniloch

Höhle, jungsteinzeitliche Funde (Sage Antoniloch)

7

Chli Sertel / Schlosshubel

Holz-Erdburganlage aus der Zeit vor der Jahrtausendwende

8

Ob Bärenloch

Mauerreste, eventuell Standort der ersten Kirche

9

Geissmatt

Mittelalterliche Mauerreste

© Amtliche Vermessung Kanton Luzern

1 Stumpen

Der Kantonsarchäologe, Dr. Jakob Bill berichtet, dass im Gebiet Stumpen eine Fundstelle aus der Altsteinzeit existiert. Laut Aussagen von Dr. Ebbe Nielsen, einem ausgewiesener, Steinspezialisten, dürfte es sich um, die bisher älteste wirklich nachgewiesene Siedlungsstätte von Menschen im Kanton Luzern handeln. Die gefundenen Geräte gehören zu den Relikten Rentierjägern des Spät Magdalenen. Die Fundstelle, welche 1988 entdeckt wurde, liegt auf einer 512 m.ü.M. gelegenen Hügelkuppe, die lokal Stumpen genannt wird.

4 Burgstelle und Johanniterkommende Reiden

Reiden LK 1109 64A.49/232.64
Entstehung:
Wahrscheinlich wurde die erste Burganlage durch das lokale Adelsgeschlecht der Herren von Reiden errichtet. Mit Walter von Reiden treffen wir um 1168 auf den ersten Vertreter dieses Geschlechtes. von 1201 bis 1212 wird er mit seinem Bruder Ulrich weiter erwähnt. Wie es zur Gründung der Johanniterkomturei kam, sind wir nicht unterrichtet. Markwart von Ifental soll um 1280 die Kommende gestiftet haben. Der erste Komtur wird 1284 erwähnt. Sicherlich hat die Lage Reidens an der Gotthardstrasse den Grund zur Gründung geliefert. Der Ritterorden setzte sich zur Aufgabe, Kranke und Pilger auf dem Wege zum Heiligen Land zu pflegen. 1293 war Bruder Hermann Prior. Er urkundete im Friedhof zu Reiden. Als Zeugen unterschrieben: Markwart von Ifental, Leuthold von Liebegg, Herr Johann Lieli, Johann von Büttikon und der Prior Hermann mit zwei Ordensbrüdern. In der Reformationszeit von 1523-1542 standen die Kornmenden Hohenrain und Reiden leer und wären beinahe eingegangen. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts wurde der Orden in Deutschland aufgehoben. 18O7 ging die Kommende Reiden ein. Die beiden Gebäude wurden als Pfarrhaus eingerichtet, und der Staat Luzern trat die Rechtsnachfolge der Kommende an. Erst 1951 gingen sämtliche mit der Kommende verbundenen Rechte und Pflichten an die römisch-katholische Kirchgemeinde Reiden über.
Anlage:
Früher muss der Burghügel von einem Graben umgeben gewesen sein. Über den mittelalterlichen Baubestand kann nichts gesagt werden. Sicher wird ein Teil der Umfassungsmauern dem Mittelalter angehören. Es sieht auch so aus, wie wenn der Burghügel zuerst angesteilt und dann mit einer Mauer versehen worden wäre. Man kann sich vorstellen, dass die Burgen Wangen und Altbüron einst auch so auf gemauert gewesen waren. Heute sieht man dort bloss noch den nackten Molasse Felsen. Immerhin stiess man auf der Westseite des jetzigen Hauptgebäudes auf die Fundamente eines Wehrturmes.
Das heutige Aussehen wird durch die Gebäude aus dem 16.-18.Jahrhundert geprägt. Die Ordenskirche, die zwischen den beiden Gebäuden gestanden hatte, wurde 1813 abgetragen. Sie war dem Johannes dem Täufer geweiht (1391). Auf dem kegelförmigen Hügel erheben sich heute noch zwei im stumpfen Winkel zueinander liegende Gebäude. Die Ecken der Gebäude sind gegen Westen durch eine hohe Ringmauer mit einem Burgtor verbunden. Ein tiefer Graben, über den eine neuere Brücke führt, trennt die Burg von einem Vorplatz. Der Burgweg schlingt sich von Norden nach Süden um den Burghügel. Über dem Tor befindet sich eine sandsteinerne Wappentafel von 1531. In einem weiten Bogen finden sich fünf Schilde, die von zwei keulenschwingenden Wildmännern gehalten werden. Diese erinnern an die riesigen Knochen, die man damals bei der Burg gefunden hatte. Der berühmte Basler Arzt Felix Platter hielt sie für die Gebeine eines 5,6 m grossen Riesen. Daraufhin wechselten die Herren von Luzern die bis dahin schildhaltenden Löwen durch zwei Wildmänner aus. Tatsächlich aber handelte es sich um Mammutknochen. Oben finden sich die gepaarten Luzerner Standesschilde, in der Mitte geviert, jedoch abgemeisselt das Ordenswappen mit demjenigen des Grosspriors von Deutschland, Johann von Hattstein, darunter verwittert heraldisch rechts das Ordensschild, und links unter dem Schildhaupt des Kreuzes dasjenige des auf Hohenrain residierenden Komturs Hieronymus Merk.
Das Komturgebäude wurde 1956 renoviert. Es handelt sich um ein rechteckiges, zweigeschossiges Gebäude mit steilem Satteldach. Die Haustüre wird von einem breiten Vordach geschützt. Rechts davon findet sich die Grabplatte des Urs Heinrich von Roll, Generalpräzeptor des Johanniterordens, gestorben 1214. Beim Umbau des Rittersaales stiess man auf die gotischen Fenster, die Komtur U.H. von Roll (1672-1744) hatte zumauern lassen. Heute sind sie im Treppenaufgang zum obern Stock wieder sichtbar gemacht. Die Räume im Innern sind stark umgebaut. Einzig die zweiläufige barocke Treppe mit kraftvollen vierkantigen Balustern ist geblieben. Die obere Flur ist mit Ziegelplatten belegt. Im Erdgeschoss findet sich ein sandsteinerner Wandtresor. Im spitzbogigen Feld darüber finden sich die Wappen von Luzern, unten von Komtur Cambia und ein weiteres von Hofrath. Die Eisentüre ist mit dem Johanniterkreuz geziert. Im Festsaal findet sich eine barockisierte gotische Decke des 16. Jahrhunderts. Die Fenster sind mit frühbarocken Grisaille Rahmen eingefasst. Das Prunkstück aber ist der 3,30 m hohe Kachelofen, ein rechteckiger zweigeschossiger Turm Ofen. Alle Flächen sind mit einem blauen Damast Muster überzogen, die Friese mit Phantasielandschaften, die Bekrönungskacheln mit Johanniterwappen, Wappen des Komturs U. H. von Roll und der Meisterinschrift "Friedrich Klentzy von Solothurn, 1701". Leider wurde bei der Verlegung einer Tankanlage 1928 im ehemaligen Holzhaus eine archäologische Grabung unterlassen, obwohl man auf verschiedene Gräberanlagen und Skelette gestossen war. Laut Visitationsbericht von 1638 befand sich bei der Ordenskirche ein Friedhof.
Das südliche Kommendegebäude enthielt früher die Kaplanei und ist heute das Pfarrhaus. Es enthält nichts mehr, was mit dem Orden einen Zusammenhang haben könnte. An dieser Stelle stand vor 1813 nur ein kleines "Pfisterhäuschen", das schon 1528 erwähnt wird. Es war für die Knechte bestimmt. Daran schlossen sich die Gehege für Hühner, Schweine und das Brennholz an.

5 Wehranlage Höchflue

Reiden LK 1109 640.62/231.15
Entstehung:
Anlage unbekannter Zeitstellung. Über dem Bergsporn südlich von Reiden erhebt sich gegen das Wiggertal hin die Höchflue, eine imponierende Sandsteinwand. Auf dem Bergrücken findet sich dort ein grosser querverlaufen der Halsgraben von gut 8 m Breite und 3 - 8 m Tiefe, wobei der Graben gegen das Serteltal hin tiefer wird. Der Burghügel ist von unregelmässiger trapezartiger Form. Die Seitenflächen gegen Nordost sind an geschrägt. Die Plattform ist leicht längsgewölbt20x35 m gross. Der ganze Bergkamm ist von Buchen bestanden. Es finden sich keine Zeichen für eine frühere Grabung.

6 Antoniloch


Antoniloch heute

7 Erdwerk Klein-Sertel

Reiden LK 1109 642.21/231.85
Entstehung:
Über die Gründung wissen wir nichts. Es muss sich aber um ein Erdwerk handeln, denn schon Cysat schreibt im Zusammenhang mit Reiden „ein anderes unfeer davon gegen Winikon zu. Das alt zerbrochen gmür spürt man noch, aber kein ander gedechtnuss". Auf der Walserkarte von 1740 ist eine Burgstelle Sedelberg angegeben, auf einer andern Walserkarte heisst es Zeutengraben. Auf einer alten Regionalkarte von Reiden ist die Stelle mit Schlosshubel vermerkt. Sicher hat ein alter Weg durch das Serteltal vom Bruggacher - Badwald nach Lätten - Winikon geführt. Die Leute erzählen, dass dort ein Schloss gestanden habe, das versunken sei. Auf dem Burghügel wurde von einem Dorforiginal gegraben, um nach dem versunkenen goldenen Wagen zu suchen.
Burganlage:
Von Chil. Sertel gelangt man über einen Kamm plötzlich an einen querverlaufenden Halsgraben von 4-5 m Tiefe und einer obern Weite von 10 m. Der westliche Grabenausläufer ist markanter und tiefer. Das Vorgelände des Halsgrabens ist auf einer Breite von 4 m etwas erhöht. Der Burghügel ist fast kreisrund und nur wenig höher wie das Vorgelände. Alle Seiten fallen gleichmässig steil ab. Wie bei Salbüel ist auch hier der den Hügel umgebende Wallgraben gut sichtbar. Die westlichen Grabenanteile deuten auf eine spitze Grabenform hin. Der Basis-Durchmesser des Hügels wird zirka 40 m betragen, die Krone 25 m. Die Kuppe ist deutlich geebnet, in der Mitte findet sich ein rechteckiges Loch, von der 1963 stattgefundenen Schatzgrabung herrührend. Durch einen Erdrutsch ist die Hangseite gegen den Halsgraben hin verändert worden. Der Talboden des Satteldaches verläuft südlich zirka 60 m tiefer. Die ganze Anlage hat sehr viel Gemeinsames mit der Holz-Edberg Salbüel. Daher ist anzunehmen, dass dieses Erdwerk aus der gleichen Zeit stammt.

Quelle: HkW Heft 41 Hans Rudolf Thüer

8 Erste Kirche von Reiden auf dem Ebnet?

Die Fama weiss von einer ersten Kirche auf dem Ebnet zu berichten. In der guten alten Zeit, bevor die Herren von Büttikon den Twing Ebnet besassen, und noch in den ersten Jahren dieser Gutsherren, soll auf dem Ebnet ein Kirchlein gestanden sein, wohin die Eigenleute der Herren von Büttikon in die Kirche gegangen seien.
Weiter wird berichtet, dass eine Alte Römerstrasse zweiten Ranges von Langenthal über Brittnau, Reider-Ebnet nach Winikon und Sursee führte. Unter Berufung auf Franz Joseph Haller wird gesagt, die Strasse sei eine Ausläuferin der Römerstrasse Aventicum-Vindonissa gewesen. Tatsache ist, dass in Winikon eine römische Mansio entdeckt wurde. Nun will die Fama weiter wissen, dass unter den römischen Soldaten im 4. und 5.Jahrhundert Christen waren, die sich später als Veteranen, sei es auf dem Ebnet, im Lutherntal oder Zofingen niedergelassen hätten. Das Kreuz an der Strasse ob dem Bärenloch bezeichnete die Stelle, wo Reidens erste Kirche gewesen sei. Als man dort 1867 einen Brunnen graben wollte, fand man uraltes Gemäuer von felsenfestem Gefüge. Dergleichen trete dort überall zu Tage in der ganzen Umgebung, sobald man einige Schuh tief die Erde bearbeite.

Quelle: Chronik der Pfarrei Reiden Josef Grossmann

9 Mittelalterliche Mauerreste Geissmatt

Im Jahre 1563 brannte auf der Allmend ein Gebäude nieder. In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts fand man in der Nähe der Geissmatt eine Mauer.